Hole
Die Ausstellung beginnt. Die begleitende Person führt unsere Gruppe vom Foyer durch die langen Flure des Verwaltungsgebäudes. Am hinteren Ende eines dieser Flure strahlt uns „Rabbit Hole“ in Leuchtschrift entgegen. Dort angekommen, finden wir uns vor einem roten Vorhang wieder. Auf Anweisung unserer Begleitung treten wir durch den Vorhang hindurch in einen abgedunkelten Raum. Kaltes Kunstlicht leuchtet als einzige Lichtquelle durch eine Wand aus Glasbausteinen. An den Wänden und auf Tischen sind Bilder, Grafiken, Zeitungsausschnitte und Texte zu sehen. Teilweise sind sie angeordnet und mit Fäden verbunden, teilweise wirken sie willkürlich zusammengebracht. Nach einer kurzen Zeit an diesem unwirklichen Ort treten unsere Guides durch den Vorhang. Sie stellen sich vor und führen uns kurz in das Thema der Ausstellung ein.
Installation aus Zetteln, Fotografien, Skizzen, Notizen, Bindfaden, Klebeband und Sound
2024
„Hole“ ist eine Bild-Text-Installation. Fotografien, Zeitungsausschnitte, Schriftfragmente und Kritzeleien sind zu einem raumfüllenden Mosaik angelegt, teilweise verbunden mit Fäden und Signaltape. Die Teilnehmenden des Projekts haben diese Arbeit über Wochen produziert. In Collagen und mitunter wahllosen Zusammenhängen vermittelt sich eine düstere Stimmung. Nichts von dem, was wir sehen, ist wahr, und doch wirkt es äußerst bedrohlich.
„Hole“ zeigt uns, wie eine Recherche außer Kontrolle geraten ist. Wie man von einem aufs andere kommt, von „Hölzchen auf Stöckchen“, bis man im Dickicht der Informationen den Überblick verliert. Wo zeigen sich Muster, wo sind es Zufälle? Hängt nicht irgendwie alles miteinander zusammen? Oder beginnen wir schon, Verbindungen zu sehen, wo keine sind?
In der Beschäftigung mit Verschwörungstheorien erfahren wir von Menschen, denen genau das passiert ist – die völlig die Verbindung zur Wirklichkeit verloren haben. Was vielleicht einmal als harmloses Hobby angefangen hat, wird zur immer größeren Obsession. Das Unwirkliche erscheint nun als die wahre Wirklichkeit, und je beängstigender die Geschichten sind, desto größer ist ihre Sogkraft...
Gleichzeitig gelangen wir selbst bei unserer Recherche immer tiefer in historische Verweise, Verbindungen, Wiederholungen... Je mehr wir auf eine Sache achten, desto öfter wird sie uns begegnen. Also: Wo fängt man an, und wo hört man auf? Hier zumindest, mitten im Kaninchenbau, ist es schwer, einen Überblick zu bekommen.